Schwarzes Stundenbuch –

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Schwarzes Stundenbuch (Bl. 18v/19r)Das Schwarze Stundenbuch ist ein Stundenbuch, das seinen Namen von der Farbe seiner Buchseiten ableitet. Es ist eines der Hauptwerke der gotischen Buchmalerei und entstand um 1475 in Brügge im Umfeld des Buchmalers Willem Vrelant. Es befindet sich heute in der New Yorker Morgan Library, Signatur: M. 493.Es ist eine von nur sieben überlieferten Handschriften mit geschwärzten Seiten, die alle aus flämischen Werkstätten und aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts stammen. In aufwendigen Verfahren wurde das Pergament entweder mit Ruß oder wie im Fall dieses Stundenbuches mit einer Eisen-Kupfer-Lösung schwarz eingefärbt. Der Text wurde mit Gold- und Silbertinte geschrieben und durch reiche Illumination verziert. Die Kostbarkeit dieser Handschriften stand den Purpurhandschriften, die als Königsexemplare besonders in der antiken und in der karolingischen Buchmalerei verbreitet waren, in nichts nach. Die Prachthandschriften waren für hochrangige, bibliophile Auftraggeber bestimmt, die vor allem am Hof von Burgund zu finden waren, wie dasSchwarze Stundenbuch von Karl dem KühnenStundenbuch der Maria von Burgund.Vergleichbare Werke sind das Schwarze Gebetbuch des Galeazzo Maria Sforza und das Tanzbüchlein der Margarethe von Österreich.Das Stundenbuch in der Morgan Library hat die Maße 17 x 12 cm und umfasst 121 Blatt mit 14 ganzseitigen Miniaturen, 138 Bordüren sowie 15 größeren und mehreren kleinen Initialen. Das besonders dicke Pergament wurde von der schwarzen Farbe chemisch wenig angegriffen, so dass es das besterhaltene Exemplar einer schwarzen Handschrift ist. Die meisten anderen schwarzen Stundenbücher mussten im Laufe der Zeit auseinandergebunden werden und werden heute zwischen Acrylplatten konserviert. Der Text wurde mit Tinten in Gold (Kapitelanfänge) und Silber aufgebracht, die Initialen sind smaragdgrün hinterlegt. Als Farben für die Illuminationen wurden Blattgold, Bleiweiß und Deckfarben verwendet: die das Stundenbuch in besonderem Maß auszeichnenden 14 ganzseitigen Miniaturen sind von blaugrundierten, goldfarbenen Bordüren umgeben.Der Auftraggeber ist unbekannt: weder Besitzerzeichen noch Wappen sind vorhanden; es lässt sich lediglich dem Umkreis des burgundischen Hofes Karl des Kühnen zuordnen. Nach diesem Buch wird wiederum der anonyme Buchmaler mit dem Notnamen Meister des Schwarzen Stundenbuches benannt. Dieser stammte aus dem Kreis um Willem Vrelant, von ihm illuminierte Vergleichshandschriften konnten bisher nicht identifiziert werden.Eine Faksimile-Ausgabe ist 2001 im Faksimile Verlag Luzern erschienen.

  • Ingo F. Walther, Norbert Wolf: Meisterwerke der Buchmalerei. Köln u.a., Taschen 2005, S. 372-373, ISBN 3-8228-4747-X
  • Jahrbuch 2005/2006 der Heinrich-Heine-Universität-Düsseldorf. Düsseldorf, Heinrich-Heine-Universität 2006, S.650, ISBN 3-9808514-4-3

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Meister des Robert Gaguin –

Als Meister des Robert Gaguin wird ein mittelalterlicher Buchmaler bezeichnet, der um 1485/1495 wohl in Paris ind Frankreich tätig war. Der namentlich nicht bekannte Künstler erhielt seinen Notnamen nach einem von ihm illuminierten Werk. Es ist dies ein Exemplar der Übersetzung von Caesars Gallischem Krieg auf Französisch durch den französischen Humanisten und Philosophen Robert Gaguin.[1] Eine der darin gemalten Miniaturen zeigt die Übergabe des Buches an König Karl VIII.. Das Werk ist heute in Privatbesitzt.[2]

Der Stil des Meister des Robert Gaguin ist eng verwandt mit dem anderer zeitgenössischer Buchmaler und ihren Werkstätten in Paris. So zeigt er z.B. Verwandtschaft mit dem Stil des Meisters der Apokalypsenrose[3] oder dem des Meisters des Jacques de Besançon. Wie letzterer hat der Meister des Robert Gaguin auch für den erfolglreichen Verleger Anthoine Vérard einzelne gedruckte Buchwerke illustriert.

Der Meister des Robert Gaguin hat vor allem weltliche Werke illustriert. Ihm werden u.a. Illustrationen zu folgenden Werke zugeordnet:
  • Commentaires de Jules Cesar, de la guerre de Gaule. Traduits par feu Robert Gaguin. Privatbesitz
  • Lacncelot. Paris, Bibliothèque Nationale, Rés. Véllins 617
  • Le Jouvenal. Prvatbesitz
  • Le Recueil des histories troiennes. Chantilly MC 1080
  • L’Ordinaire des crestiens. Paris, Bibliothèque Nationale, Rés. Véllins 357
  • Vergil-Kommentar des Servius, Dijon, BM - ms. 0493

  • F. Avril, N. Reynaud: Les manuscrits à peintures en France 1440–1520, (Ausstellungskatalog 1993). Flammarion, Paris 1993, S. 262–264
  • H. Tenschert (Hrsg.): Leuchtendes Mittelalter 6 44 Manuskripte vom 14. bis zum frühen 17. Jahrhundert aus Frankreich, Flandern, England, Spanien, den Niederlanden, Italien und Deutschland: Katalog 31. Antiquariat Tenschert, Rotthalmünster 1993, No. 35
  • I. Nettekoven: Der Meister der Apokalypsenrose der Sainte Chapelle und die Pariser Buchkunst um 1500. (Ars Nova 9), Brepols Verlag NV, Turnhout: 2005
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    Jacob Cornelisz van Oostsanen –




    Jacob Cornelisz van Oostsanen, Selbstportrait, 1533


    Jacob Cornelisz van Oostsanen: Salome, 1524


    Jacob Cornelisz van Oostsanen, Noli me tangere (Christus als Gärtner), 1507


    Jacob Cornelisz van Oostsanen, Saul und die Frau (Hexe) von Endor, 1526Jacob Cornelisz van Oostsanen, auch Jacob Cornelisz van Amsterdam[1] (* vor 1470 vermutlich in Oostsanen; † 1533 vermutlich in Amsterdam) war eine niederländischer Maler und Holzschnittmeister zum Ende der Spätgotik. Er kann als einer der letzten Vertreter traditioneller Malweise vor der Übernahme neuer Stilelemente der Renaissance in die Malerei des Nordens der Niederlande gelten. Sein Nachname war in voller Form Corneliszoon, was soviel wie Sohn des Cornelis heißt, die dann angefügten geographischen Herkunftsdaten sind ein späteres Epithet.

    Inhaltsverzeichnis

    Wenig ist vom Leben Jacob Cornelisz' bekannt, er wird jedoch in einem Buch von 1604 mit Biographien bekannter Maler aufgeführt[2]. Vermutlich stammte er aus der kleinen Gemeinde Oostzaan im Norden der Niederlande zwischen Amsterdam und Zaandam[3]. 1505 ist sein Name im Verzeichnis der Lukasgilde von Amsterdam zu finden. Sein Schaffen umfasst Holzschnitte, wie eine bekannte Illustration einer Passion Christi und Gemälde in Öl. Die genannte Biographie deutet an, dass Jacob Cornelisz zu Lebzeiten einen hohen Ruf in Amsterdam und der weiteren Umgebung genossen hat. Cornelisz erhielt Kommissionen zur Darsteller religiöser Szenen, aber auch weltliche Aufträge z.B. zu Porträts, was einen Wandel der Stellung des Künstlers weg von der Abhängigkeit von rein kirchlichen Auftraggebern am Ausgang des Spätmittelalters andeuteten kann. Seiner Biographie ist zu entnehmen, dass viele der religiösen Werke Cornelisz' im Verlauf der Reformationsunruhen verloren gingen.

    • Noli me tangere (Christus erscheint Maria Magdalena als Gärtner), 1507. Museum Schloss Wilhelmshöhe, Gemäldegalerie Alte Meister, Kassel
    • Kreuzigung, 1507. Privatbesitz
    • Die Mystische Ehe der Heiligen Katharina, 1510–1515. Nationale Galerie der Kunst, Washington
    • Salome, 1524. Rijksmuseum, Amsterdam
    • Saul und die Frau (Hexe) von Endor, 1526. Rijksmuseum, Amsterdam
    • Selbstportrait, 1533. Historisches Museum, Amsterdam (Leihgabe des Amsterdamer Rijksmuseum)
    • Geburt Christi (Rückseite: Die hll. Laurentius und Katharina), Kunstmuseum Basel (Bachofen-Burckhardt-Stiftung)

    • Holzschnitte zur „Passion Christi“, gedruckt in Bruessel 1551,von Jan van Meeren. (lat. Titel „Historia Christi patientis et morientis, iconibus … per Jacobum Cornelisz .. apud Joannem Mommartium“, MDLI) British Museum, London, und Kupferstichkabinett, München.
    Die Holzschnitte Cornelisz sind vor allem wegen ihrer großen Formate anders als zeitgenössische Werke dieser Kunstform. In Folge nebeneinander bilden einige seiner Serien meterlange Friese [4].

    Cornelisz knüpft noch and die Altniederländische Malerei an. Er wird von einigen Kunsthistorikern als der letzte größere niederländische Maler gesehen, der noch nicht den neuen Stil der italienischen Renaissancemalerei übernahm[5]. Er war wohl ein Nachfolger oder vielleicht sogar Schüler des Geertgen tot Sint Jans aus Haarlem, arbeitete selbst aber dann wohl in Amsterdam. In Art und Weise der Komposition der Bilder scheint ein Einfluss des Lucas van Leyden sichtbar. Bei seinen Holzschnitten und deren altertümlichen, traditionellen Erzählweise besteht bis heute die Auffassung, dass Cornelisz mit dem Werk Albrecht Dürers vertraut war [6].



    •  Commons: Jacob Cornelisz. van Oostsanen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    • „Noli me tangere“ (Christus erscheint Maria Magdalena als Gärtner), 1507. Gemäldegalerie, Kassel Museum Kassel
    • Geburt Christi (Rückseite: Die hll. Laurentius und Katharina), Kunstmuseum Basel, (Bachofen-Burckhardt-Stiftung Bachofen-Stiftung
    • Artikel „Cornelisz, Jakob“ von Joseph Eduard Wessely in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 4 (1876), S. 482, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource

  • K. Steinbart: Die Tafelgemälde des Jacob Cornelisz von Amsterdam. In: Studien zur Deutschen Kunstgeschichte. Heft 221 (1922) S. 143
  • K. van Mander: Het schilder-boeck. Haarlem 1604, fol. 206r/207v nach dem Faksimile der Erstausgabe von Davaco Publishers, Utrecht 1969
  • F. Bruillot: Dictionaire des Monogrammes, Bd. 1 Muenchen 1832, N. 19
  • C. Möller: Jacob Cornelisz. van Oostsanen und Doen Pietersz. Studien zur Zusammenarbeit zwischen Holzschneider und Drucker im Amsterdam des frühen 16. Jahrhunderts. Niederlande-Studien, Band 34, Münster, Waxmann 2005, S. 11
  • Jacob Cornelisz. In: Catholic Encyclopedia. New York (Robert Appleton Company) 1913 (Englisch)
  • vgl. dazu C. Möller: Jacob Cornelisz. van Oostsanen und Doen Pietersz. Studien zur Zusammenarbeit zwischen Holzschneider und Drucker im Amsterdam des frühen 16. Jahrhunderts. Niederlande-Studien, Band 34, Münster, Waxmann 2005
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    Meister von Moulins –



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    Meister von Moulins 007.jpgTriptychon von Moulins - Innenseite


    Triptychon von Moulins - Aussenseite


    Meister von Moulins: Kardinal Charles II. de Bourbon, um 1476


    Meister von Moulins: Hl. Magdalena mit Stifterin, um 1490Mit Meister von Moulins (französisch: maître de Moulins) wird der gotische Maler bezeichnet, der um 1500 einen dreiteiligen Altar (Triptychon) für die Kathedrale von Moulins geschaffen hat. Der namentlich nicht sicher bekannte Meister stammte eventuell aus Flandern und war vermutlich zwischen 1470 und 1500 tätig. Zuletzt in Frankreich zu finden war sein Hauptauftraggeber der Hof der Herzöge von Bourbon, mit ihrer Residenz in Moulin.Sein Triptychon von Moulins wird als Spitzenwerk am Ausgang der Spätgotik betrachtet. Es ist typisch für die prominente Darstellung des Stifter im Bild zu dieser Zeit.

    Inhaltsverzeichnis

    Der Altar ist in der Schatzkammer der Kathedrale von Moulins zu finden un besteht aus den drei Bildern:
    • Heilger Petrus empfiehlt den Stifters Pierre II. de Bourbon. (Innenseite, rechter Flügel)
    • Maria in der Glorie und Engel. (Innenseite, Mitteltafel)
    • Heilige Anna empfiehlt die Stifterin Anne de Beaujeu und ihre Tochter Suzanne. (Innenseite, linker Flügel)
    Die Außenseite (“Werktagsseite”) der drei Flügel zeigt eine Verkündigung (in Grisaillen).

    Die Auflösung des Notnamens des Meister von Moulins wird von Kunsthistorikern diskutiert.Oft wird der Meister mit dem Maler Jean Hay (oderJean Hey) identifiziert[1][2][3][4][5]. Ein Maler mit Namen Maistre Je(h)an ist in Unterlagen des Hofes im Moulins damals zu finden[6].Weiter wird on Fachkreisen der Name Jean Prévost diskutiert [7][8][9], für das gesamte oder zumindest Teile des Werkes des Meister von Moulin[10].

    Eine Reihe von anderen Werken werden dem Meister von Moulins zugeordnet, darunter:
    • Porträt des Kardinals Charles II. de Bourbon, 1476-1485. München, Alte Pinakothek
    • Hl. Magdalena mit Stifterin Madeleine de Bourgogne. Paris, Musée du Louvre
    Unter Angabe “Jean Hey” werden dem Meister von Moulins zugeordnet
    • Ecce Homo, 1494 (Angabe auf der Rückseite Jean Hey). Brüssel, Musée Royaux des Beaux Arts
    • Geburt Christi und der Kardinal Rolin, um 1490. Autun, Musée du St. Lazaire

  • C. Sterling: Jean Hey, le Maître de Moulins. In: Revue de l'art, 1–2, S. 26-33 (1968)
  • C. Sterling: Du nouveau sur le Maître de Moulins. In: L' oeil no. 107, November 1963, S, 2-15 (1963)
  • N. Reynaud: Le problème du Maître de Moulins, Etat de la Question. In: L' Information d'histoire de l'art, 2.1957, S. 175-180 (1957)
  • N. Reynaud. Jean Hey, peintre de Moulins et son client Jean Cueillette. In: Revue de l'Art, 1-2, 1968, S. 34-37
  • vgl. auch M. Huillet d'Istria: La peinture française de la fin du moyen age. Paris: Presses universitaires de France, 1961
  • vgl. dazu z.B. zuletzt P.-G. Girault, E. Hamon: Nouveaux documents sur Jean Hey et ses clients Charles de Bourbon et Jean Ceuillette. n: Bulletin Monumental, nº 161-2, S. 117-125 (2003)
  • M. Huillet d'Istria: La peinture française de la fin du moyen age. Paris : Presses universitaires de France 1961
  • J. Dupont: Jean Prévost, peintre de la cour de Moulins. In: Art de France, 3.1963, S. 77-89
  • vgl. aber auch M. Huillet D'Istria: The Problem of the Master of Moulins. In: The Burlington Magazine, Vol. 106, No. 730 (1964)
  • vgl. dazu aber auch A. Châtelet: A Plea for the Master of Moulins. In: The Burlington Magazine, Vol. 104, No. 717 S. 517-524(1962)
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    Meister Hugo –




    Meister Hugo: Moses und die Juden. Buchmalerei, ca. 1135-1140Als Meister Hugo (engl. Master Hugo) ist in der Kunstgeschichte ein englischer Künstler des 12. Jahrhunderts bekannt. Er war als Buchmaler vor allem in Bury St. Edmunds in England tätig. Dort malte er in der Benediktinerabtei St. Edmund in der Regierungszeit des Abt Anselm zwischen 1121 und 1148 im Auftrag des Sakristans Herveus ein Bibelmanuskript aus. Hugo werden auch weiter plastische Kunstwerke zugeordnet. Aus den Annalen des Klosters ist sein Name und einige seiner Werke bekannt[1].

    Inhaltsverzeichnis

    Meister Hugo war kein Mönch sondern wohl ein Wanderkünstler[2]. Wie auch gleichzeitig einige andere Künstler seiner Zeit war er im Kloster angestellt, wahrscheinlich über mehrere Jahre, da er mehrmals in den Chroniken erwähnt wird. Meister Hugo ist der älteste heute noch namentlich bekannte Künstler in England.

    Meister Hugos in Anlehnung an Byzantinischer Kunst geschaffenen Buchmalereien sollen die ihm nachfolgenden Maler stark beeinflusst haben[3][4].

    Neben der Buchmalerei werden Meister Hugo auch andere Kunstwerke in St. Edmund zugeschrieben[5][6]; z.B. hat er nachweislich Bronzetüren dort gegossen. Ein geschnitztes Kreuz aus Walross-Elfenbein, das aus St. Edmunds stammen soll und sich heute im Besitz des Metropolitan Museum of Art in New York befindet[7], wurde ihm von einigen Experten ebenfalls zugeschrieben.

    Das von Meister Hugo illuminierte und heute als die Bury Bibel bekannte [8] Manuskript befindet sich seit 1575 in der Bibliothek des Corpus Christi College in Cambridge in England[9]. Es ist ein bedeutendes Beispiel Romanischer Buchmalerei aus dem England der Zeit der Normannen[10][11]. Von dem ursrprünglich zweibändigen Werk ist nur der erste Teil erhalten geblieben. Einige der darin sechs von wohl ursprünglich mehr Bilder sind auf separaten Seiten aus Pergament gemalt und in das Werk dann eingebunden. 42 gemalte Initialen sind erhalten.

  • T. Arnold (Hrsg.): Gesta sacristarum - Memorials of St Edmund's Abbey. London 1892, Band 2 S. 289–96
  • Master Hugo. In: Art Encyclopedia. The Concise Grove Dictionary of Art. Oxford 2002 (Online Ausgabe 2010)
  • E. Parker McLachlan: In the Wake of the Bury Bible: Followers of Master Hugo at Bury St. Edmunds. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes, Vol. 42, (1979), S. 216-224
  • G. Zarnecki, J. Holt, T. Holland (Hrsg.): English Romanesque Art. London, 1984 (Ausstellungskatalog der Hayward Gallery)
  • C. M. Kauffmann: The Bury Bible. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. 29 (1966). S. 62ff.
  • s. z.B.auch E. C. Parker: Master Hugo as Sculptor: A Source for the Style of the Bury Bible. In: International Center of Medieval Art (Hrsg.): Gesta, Vol. 20, No. 1 Essays in Honor of Harry Bober (1981), S. 99-109
  • E. C. Parker, C. T. Little: The Cloisters Cross. Its Art and Meaning (Studies in Medieval and Early Renaissance Art). New York, N.Y. 1993
  • so z.B. auf Deutsch bei Katholisches Bibelwerk (Hrsg.): Die Bibel. Einheitsübersetzung. Sonderausgabe Stuttgarter Bibel der Buchmalerei mit Meisterwerken mittelalterlicher Buchkunst. Stuttgart 2004
  • Corpus Christi College, Cambridge CCCC M 2
  • C. M. Kauffmann: The Bury Bible. In: Journal of the Warburg and Courtauld Institutes. 29 (1966). S. 60-81
  • C. M. Kauffmann: Romanesque Manuscripts 1066-1190. Survey of Manuscripts Illuminated in the British Isles. London, Boston 1975, S. 86ff.
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    Meister der Berliner Geburt Christi –



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    Der Meister der Berliner Geburt Christi war von 1330 bis 1340 in Süddeutschland tätig. Er kannte die italienische Kunst aus eigener Anschauung. In Form- und Farbgebung steht er der Florentiner Kunst besonders nahe, doch scheint er auch mit der Sieneser Malerei vertraut gewesen zu sein.Die Berliner Geburt Christi (33×24cm) bildete zusammen mit einer Kreuzigungstafel ein aus zwei Flügeln bestehendes Klappaltärchen. Wegen des kleinen und handlichen Formats wurde es wohl vor allem als Reisealtärchen genutzt. Das Geburtsbild ist eine Kopie des um 1303/1305 entstandenen Freskos von Giotto aus der Arenakapelle. Inhaltlich bedeutsam ist die Veränderung der Mutter-Kind-Beziehung: Maria hält das Kind umfangen, anstatt es – wie in Giottos Bild – aus der Krippe zu nehmen. Es wird damit ein Motiv aus dem Bereich des Andachtsbildes integriert, aus den mächtigen Figuren Giottos werden kleine Genremotive.Bei der Berliner Geburt Christi wurde ein Bild aus der Monumentalkunst in ein Kleinformat übertragen.

    • Robert Suckale: Gotik. Die Wiedergeburt der Kunst, von Giotto bis Lochner. In: Ingo F. Walther (Hrsg.): Malerei der Welt. Eine Kunstgeschichte in 900 Bildanalysen. Von der Gotik bis zur Gegenwart. Köln 1999.
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    Meister des (ehem.) Hochaltars der Marienkirche in Lübeck –

    Der Meister des (ehem.) Hochaltars der Marienkirche in Lübeck ist der kunstwissenschaftliche Notname für einen in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts tätigen Maler, der nach dem gotischen Hauptaltar der Marienkirche benannt wurde, weil sein richtiger Name nicht durch Quellen überliefert ist.

    Inhaltsverzeichnis

    Die Arbeiten am gotischen Hochaltar der Lübecker Marienkirche wurden 1414 begonnen, nachdem das vorherige Retabel 1407 durch einen Brand in der Kirche vernichtet worden war. Der neue Altar wurde 1425 aufgestellt und behielt seine Funktion, bis im Jahr 1696 aufgrund einer Spende des Lübecker Kaufmanns und Ratsherrn Thomas Fredenhagen der von dem flämischen Bildhauer Thomas Quellinus gestaltete neue barocke Hochaltar an seine Stelle trat. 52 größere und 39 kleinere Silberfiguren dieses Altars wurden bereits 1533 unter dem Lübecker Bürgermeister Jürgen Wullenwever zur Finanzierung der Grafenfehde eingeschmolzen. Der alte gotische Hochaltar blieb jedoch in Teilen in der Kirche bis zum Luftangriff auf Lübeck 1942 erhalten. Die in der Kirche verteilten Fragmente wurden auf Anregung von Carl Julius Milde 1852 in der Sakristei zu einer Rekonstruktion des Altars durch den hamburgischen Bildhauer J.P.N. Martin wieder zusammengefügt. Beim Brand der Marienkirche wurden die dort befindlichen Reste des Altars unwiederbringlich zerstört, so dass dieses Kunstwerk heute nur noch anhand der fotografischen Dokumentation der Rekonstruktion von 1852 und den Veröffentlichungen der Vorkriegszeit beurteilt werden kann, wenn man von einigen Bauteilen absieht, die vorher in das St.-Annen-Kloster Lübeck gelangt waren.[1]

    Aufgrund der Ähnlichkeit des jüngeren Neustädter Altars zum ehemaligen gotischen Hauptaltar der Marienkirche wurde der Meister des Jakobialtars zum Teil als Schüler des Meisters des (ehem.) Hochaltars der Marienkirche in Lübeck[2] oder auch als ein und dieselbe Person angesehen[3] Bereits Struck[4] wies auf die Möglichkeit hin, dass der Reliquienschrein um die Goldene Tafel für die Lüneburger Michaeliskirche vom gleichen Künstler gefertigt worden sein könnte, der mit diesem Werkbezug in der Kunstgeschichte mit dem Notnamen Meister der Goldenen Tafel beschrieben wird. Diese Auffassung hat zumindest für den ehemaligen Hochaltar der Marienkirche und die heute im Niedersächsischen Landesmuseum befindliche Goldene Tafel aus Lüneburg heute noch Bestand.[5] Für Walter Paatz[6] gehörten die erhaltenen Reste des Hochaltars zum charakteristischen Mittelgut lübeckischer Schnitzkunst und die Malerei veranschaulichte eine betont bodenständige, in langweiliger Holdseeligkeit etwas Eigenes suchende Richtung unter den lübeckischen Malern des frühen 15. Jahrhunderts. Carl Georg Heise[7] sprach von blasser Allgemeinheit und unbekümmerter Naivität des Vortrags, lobte aber die sauber gearbeitete Baldachin-Architekturen. In Frage steht damit deutlich der Fertigungsort: während früher eine Lübecker Werkstatt unterstellt wurde, wird heute von einem Importretabel ausgegangen, das vor Ort in Lübeck noch weiter veredelt wurde.[8]

    • Adolph Goldschmidt: Lübecker Malerei und Plastik bis 1530. Lübeck 1889, S. 5 und Tafel 3
    • F. Hirsch, G. Schaumann und F. Bruns: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Freien und Hansestadt Lübeck. Bd. 2, Unveränd. Nachdr. d. Ausg. Lübeck, 1906. - Neustadt an der Aisch, 2001, S. 196 ff (mit Lichtdrucken des rekonstruierten Hochaltarretabels) ISBN 3-89557-162-8
    • Uwe Albrecht (Hrsg.): Corpus der mittelalterlichen Holzskulptur und Tafelmalerei in Schleswig-Holstein. Band I, Hansestadt Lübeck, St. Annen-Museum. Kiel 2005. # 31 Architekturfragmente vom ehemaligen Hochaltarretabel der Marienkirche von 1425, S. 137 ff. ISBN 3933598753

  • Bauteile des Altars auf dem Museumsserver Schleswig-Holstein
  • Dexel-Brauckmann in ZVLGA 19, S. 8 f. und S. 11 f.
  • R. Struck in ZVLGA 13, S. 112 ff. (S.118) vermutet den Lübecker Maler Jakob Hoppener, der für 1407-1453 in Lübeck nachgewiesen ist.
  • Struck, aaO
  • Albrecht: Corpus... S. 142 unter Verweis auf Merkmale der Fertigung der Retabelkästen und die gleichartigen Verzierungen.
  • Walter Paatz: Die Marienkirche zu Lübeck. 2. Auflage 1929, S. 29 und 33
  • C. G. Heise: Lübecker Plastik. Bonn 1926, S. 9 mit Abb. 25 und 26
  • So: Albrecht: Corpus... S. 142
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