Cimabue –

Cimabue (* ca. 1240; † ca. 1302; eigentlicher Name Cenni di Peppo) war ein Florentiner Maler und Mosaik-Künstler, der auch als Entdecker und Meister von Giotto in die Kunstgeschichte einging.


Kruzifix aus Santa Croce (Florenz)


Die Maesta thront mit Engeln und dem hl. FranziskusEr brach als einer der ersten in der Frührenaissance mit dem Formalismus der byzantinischen Kunst und bemühte sich um eine lebendigere Darstellung der Menschen und Objekte.Giorgio Vasari verfasste in seinen Le vite die erste Biographie von Cimabue.

  • das Kruzifix (um 1260) in der Kirche San Domenico in Arezzo
  • das Kruzifix (1287-1288) in der Santa Croce (Florenz) in Florenz
  • die Freskenzyklen von der Passion Christi, der Apokalypse und dem Leben Jungfrau Maria in der Basilika San Francesco in Assisi.
Das Fresko der thronenden Jungfrau Maria (Maesta) mit Engeln und dem heiligen Franziskus aus der Basilika San Francesco zeigt den Heiligen in der authentischsten und ursprünglichsten Darstellung (aus Sicht der Kunstkritik).
  • Maesta mit Engeln (um 1285) Uffizien, Florenz
  • Mosaiken vom Evangelisten Johannes (um 1302) im Dom zu Pisa)
  • Thronende Madonna, 1272 - 1274, Uffizien, Florenz



 Commons: Cimabue – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienNormdaten: PND: 119138883 (PICA) | VIAF: 42641544 | WP-Personeninfo}

Meister der Madonna von Neuhaus –




Madonna von Neuhaus, Böhmen, um 1460 (Detail)Als Meister der Madonna von Neuhaus[1][2] wird der gotische Maler bezeichnet, der um 1460 in Böhmen das Tafelbild mit einer Madonna mit Kind geschaffen hat. Das Werk zeigt Maria mit dem Jesusknaben vor einem vergoldeten Hintergrund.

Inhaltsverzeichnis

Nach dem Herkunftsort seines Bildes aus dem Ort Jindřichův Hradec (Neuhaus) wurde dem namentlich nicht bekannten Meister sein Notname geben. Trotz dieser Namensgebung ist nicht geklärt, ob das Bild ein Auftragswerk für Neuhaus war. Eventuell wurde es in Prag in einer der Malerwerkstätten kommerziell in Serienfertigung gemalt, zum Verkauf ausgestellt und gelangte so damals durch Ankauf nach Neuhaus[3].

Der Meister der Madonna von Neuhaus zeigt Einfluss von Stilelementen aus der Buchmalerei der Epoche[4]. Die Madonna von Neuhaus steht in der Tradition des Weichen Stils. Sie zeigt Verwandtschaft zu Bildern des Meisters von Hohenfurth.

Nicht zu verwechseln ist das Bild des Meisters der Madonna von Neuhaus mit einem ebenfalls als Madonna von Neuhaus oder Madonna von Jindřichův Hradec genannten Bild von 1460, das sich in der Gemäldegalerie von Schloss Jindřichův Hradec (dt. Neuhaus) befindet[5]. Es ist das Werk eines anderen anonymen Meisters aus Böhmen.

  • s. z.B. R. Suckale: Malerei des Abendlandes. Gotik von Giotto bis Lochner. Herrsching 1983, S. 73
  • Englisch als Master of the Madonna of Neuhaus bei I. F. Walther, R. Suckale: Masterpieces of Western Art: A History of Art in 900 Individual Studies from the Gothic to the Present Day. Taschen Verlag 2002, S. 724
  • I. F. Walther, R. Suckale: Masterpieces of Western Art: A History of Art in 900 Individual Studies from Gothic to Neoclassicism. Taschen Verlag 2002, S. 71
  • I. F. Walther, R. Suckale: Masterpieces of Western Art: A History of Art in 900 Individual Studies from the Gothic to the Present Day, Part 1 From Gothic to Neoclassicism. Taschen Verlag 2002, a.a.O S. 713
  • Jindřichův Hradec. In: K. Micklitza, A. Micklitza: Tschechien entdecken: Unterwegs in Böhmen und Mähren Trescher-Reihe Reisen. Trescher Verlag, 2006
  • }

    Brügger Meister von 1499 –




    Meister von 1499: Verkündigung (Gabriel und die Jungfrau Maria)Der Brügger Meister von 1499,[1] auch Meister von 1499 oder Pseudo-Perréal war ein heute namentlich nicht mehr bekannter Maler der altniederländischen Schule, der an der Wende des 15. zum 16. Jahrhundert vermutlich im Raum Brügge-Gent tätig war. Er erhielt seinen Notnamen nach der Jahreszahl 1499, die auf einem Flügel eines seiner Werke zu finden ist[2].

    Inhaltsverzeichnis

    Über die Herkunft und Ausbildung des Brügger Meisters von 1499 ist nichts bekannt. Nach Paul Eeckhout könnte er etwa zwischen 1440 und 1450 geboren worden sein.[3]

    Stilistisch steht der Brügger Meister von 1499 in der Nachfolge des Malers Hugo van der Goes, weist aber in einigen Werken auch eine stilistische Verwandtschaft zu den Arbeiten von Jean Perréal auf, weshalb er in einigen älteren Publikationen auch als Pseudo-Perréal bezeichnet wird.[4]


    Meister von 1499: Stifterportrait des Abtes Christiaan de Hondt

    Seinen heute überwiegend gebräuchlichen Notnamen erhielt der Brügger Meister von 1499 nach einem 1499 datierten Diptychon, welches er im Auftrag von Christiaan de Hondt, dem Abt des Zisterzienserklosters Ter Duijnen bei Brügge ausführte. Es befindet sich heute im Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen (Inv.-Nr.: 255 und 256). Für den linken Flügel fertigte er eine sehr genaue Kopie des Bildes Madonna in der Kirche von Jan van Eyck an, welches sich heute in der Berliner Gemäldegalerie (Inv.-Nr.: 678) befindet. Der rechte Flügel zeigt den knienden Stifter Christiaan de Hondt. Die etwas zwanzig Jahre später bemalten Außenflügel mit dem Stifterbildnis des Robert de Clercq und Christus als Salvator Mundi (Inv.-Nr.: 530 und 531) sind Arbeiten eines bisher unbekannten anderen Malers.

    Aus stilistischen Gründen weist man dem bisher namentlich nicht bekannten Maler heute noch eine Reihe von weiteren Werken zu.
    • Ein Triptychon mit der Darstellung der Krönung Mariae – heute im Besitz der Royal Collection in Hampton Court – ist wohl etwas früher entstanden als das Antwerpener Diptychon.[5]
    • Ein in der Berliner Gemäldegalerie aufbewahrtes Diptychon mit der Darstellung der Verkündigung Mariae (Inv.-Nr.: 548) gilt allgemein als Kopie eines späten, heute verlorenen Werkes von Hugo van der Goes[4][6] und wird, wie die meisten anderen Bilder des Künstlers, später als das bisher einzig bekannte datierte Werk angesetzt.[5]
    Ausgehend vom Berliner Diptychon, konnte dem Maler in der Folgezeit auch noch einige andere Werke zugewiesen werden:
    • Eine Heilige Familie mit einem Engel im Koninklijk Museum voor Schone Kunsten in Antwerpen (Inv.-Nr.: 558),
    • Eine Thronende Maria mit dem Kinde und vier weiblichen Heiligen im Virginia Museum of Fine Arts in Richmond (Inv.-Nr.: 57-39) und
    • Eine Thronende Maria mit dem Kinde und einem Stifterehepaar im Musée national du Louvre in Paris (Inv.-Nr.: RF 2370).

    Besonders bei der um das Berliner Diptychon versammelten Gruppe glaubten Friedländer und Winkler stilistische Anklänge an Jean Perréal zu erkenne, weshalb sie für den Brügger Meister von 1499 den heute nicht mehr gebräuchlichen Notnamen Pseudo-Perréal erfanden.


    Meister von 1499: Virgo inter virgines (Thronende Maria mit dem Kinde und vier weiblichen Heiligen)

    Darüber hinaus gilt der (Brügger) Meister von 1499 als der Maler einer Darstellung des Segnenden Christus im Profil, welche wohl auf ein verschollenes Bild von Jan van Eyck zurückgeht, von dem sich mehrere Kopien erhalten haben. Von diesen wiederum gilt das allseitig stark beschnittene Bild in der Berliner Gemäldegalerie (Inv.-Nr.: 528 A) als wahrscheinlich eigenhändige Arbeit des Brügger Meisters von 1499, während die anderen Exemplare einem Nachfolger oder Werkstattmitarbeitern zugeordnet werden.[5]Zu den neueren Zuschreibungen an den namentlich nicht bekannten Maler zählen außerdem ein ehemals dem Meister der Magdalenenlegende zugewiesenes Diptychon mit einer Darstellung der Thronenden Maria mit dem Kinde und zwei Engeln auf dem linken und einem Stifterbildnis der Margaretha van Oostenrijk auf dem rechten Flügel in Gent, Museum voor Schone Kunsten (Inv.-Nr.: 1973-A) und ein Heiliger Christophorus in Bourg-en-Bresse, Musée de Brou.

    Obwohl der Meister von 1499 kein größeres und eigenständiges Werk geschaffen hat können durch das Studium seiner Bilder[7] und ihres Stils Hinweise auf die Entwicklung der Malerei seiner Zeit gewonnen werden, einer Zeit in der in Flandern kleinformatige Bilder und kleinere zweiteilige Altäre wie das Diptychon vom 1499 für die private Andacht entstanden[8] im Rahmen einer Devotio moderna, dieser dort populären neuen Form der Religiosität und Andacht.

  • bevorzugte Schreibweise beim Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie und im Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart
  • Master of 1499. In: Art Encyclopedia. The Concise Grove Dictionary of Art. Oxford University Press, Inc., Online aufgerufen Februar 2010
  • Paul Eeckhout, in: Roger van Schoute en Brigitte de Patoul, De Vlaamse Primitieven, Brugge 1994, S. 521 ff.
  • a b Ulrich Thieme / Felix Becker (Hrsg.), Brügger Meister von 1499, in: Thieme-Becker, Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band XXXVII, Leipzig 1950, S. 57 f.
  • a b c Angabe nach dem Rijksbureau voor Kunsthistorische Documentatie
  • Irene Geismeier in: Staatliche Museen zu Berlin (Hrsg.), Kunst der Reformationszeit, Berlin 1983, S. 118 f. Kat.-Nr.: B 63.1
  • s. z.B. P. Eeckhout: Les trois diptyques du Maître de 1499. In: Bulletin / Musées Royaux des Beaux-Arts de Belgique, 34/37.1988, S. 49-62 (Französisch)
  • vgl. dazu und zur Stellung des Dipotychons des Meisters von 1499: J. Oliver Hand, C. A. Metzger, R. Spronk: Prayers and portraits: unfolding the Netherlandish diptych. Catalogue of an exhibition held in 2006-07 in Washington (National Gallery of Art) and in 2007 in Antwerp (Koninklijk Museum voor Schone Kunsten). Washington (National Gallery of Art), Antwerp (Koninklijk Museum voor Schone Kunsten) 2006
    • Ulrich Thieme / Felix Becker (Hrsg.), Brügger Meister von 1499 in: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart, Band XXXVII, Leipzig 1950, S. 57 f.



     Commons: Brügger Meister von 1499 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
    • Meister von 1499 Segnender Christus des Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Gemäldegalerie
    • Triptychon: Die Krönung Mariens, The Royal Collection Her Majesty Queen Elizabeth II, RCIN 40475
    }

    Johannes Stenrat –

    Johannes Stenrat (* um 1410-15 wohl in Lübeck; † 1484 ebenda) war ein deutscher Maler und Bildhauer des 15. Jahrhunderts, der in Lübeck wirkte.

    Stenrat wird aufgrund seines ansehnlichen Vermögens in alten Lübecker Urkunden häufiger nachgewiesen. Die urkundlichen Bezüge zu seinem Werk sind weniger häufig. Da die Hansestadt Lübeck zu dieser Zeit einer der Handelsplätze für spätgotische Kunst in Nordeuropa war, sind die Belege seines Schaffens im Zuge hansischen Handels weit verstreut.Stenrat vollendete den Hochaltar seines Kollegen Hans Hesse (Bildschnitzer) (1456) in der zum Birgittinenkloster gehörenden Klosterkirche Vadstena (1458/59). Seine Signatur findet sich auf dem 1471 entstandenen Altar von Bälinge in Schweden. Aufgrund dieser beiden Arbeiten werden ihm von Kunsthistorikern weitere Arbeiten zugeordnet, darunter die Mondsichelmadonna und der Heilige Olav der Bergenfahrer sowie die Skulpturen des Lukas-Altars im St.-Annen-Kloster Lübeck, Retabeln aus Sånga und Husby im Museum von Stockholm. Er wird als wichtiges Bindeglied der niederdeutschen Bildschnitzerei in der Folge zwischen dem Meister Francke und Bernt Notke angesehen.[1]

    • Literatur über Johannes Stenrat in Bibliothekskatalogen: DNB, GBV

  • Thieme-Becker aaO.
  • Normdaten: PND: 120028530 (PICA) | VIAF: 59904339 | WP-Personeninfo}

    Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg –




    Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg: Bildnis einer jungen Wienerin (1440)


    Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg: Albrechtsaltar,linker Drehflügel, um 1437Mit Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg wird der gotische Künstler bezeichnet, der von 1437 bis 1439 einen Flügelaltar für die Kirche Am Hof in Wien geschaffen hat. Der Notname des bis heute namentlich nicht bekannten Meisters verweist auf die Entstehungszeit des Retabels unter der Herrschaft von König Albrechts II. am Hofe zu Wien, sowie den heutigen Standort des Werkes, Klosterneuburg.

    Inhaltsverzeichnis

    Das allgemein als „Albrechtsaltar“ bekannte Werk gilt als eine der bedeutendsten Schöpfungen des „gotischen Realismus“ in Österreich. Neben zum Beispiel den Stadtansichten im Hintergrund einiger der 24 Tafeln des religiösen Werkes zeigt auch ein dem Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg zugeschriebenes weltliches Frauenportrait dessen Kunstfertigkeit in der wirklichkeitsnahen Darstellung seiner Motive.

    • Albrechtsaltar (Leben sowie Huldigung Mariens durch Engel), um 1440. Sebastianikapelle, Stift Klosterneuburg
    • Bildnis einer jungen Wienerin, um 1440. Privatbesitz[1]
    • Heimsuchung Mariens, um 1435/1440. Wien, Belvedere 4898
    • Verkündigung an Joachim, um 1435/1440. Wien, Belvedere 4899
    • Zurückweisung des Opfers Joachims und Annas, um 1435/1440. Wien, Belvedere 4900

  • zuletzt zu sehen als Leihgabe für Ausstellung „aufmüpfig & angepaßt“ im Schloss Kirchstetten bei Laa an der Thaya, Mai bis November 1998
    • Karl, M. Koller, R. Perger, F. Röhrig und A. Rosenauer (Hrsg.):: Der Albrechtsaltar und sein Meister. Wien 1981

    • Meister des Albrechtsaltares und Albrechtsaltar bei: Landesmuseum Niederösterreich (aufgerufen 15. Oktober 2009)
    • Beschreibungen und Bilder von anderen Werken des Meister des Albrechtsaltares zu Klosterneuburg bei: Wien, Belvedere (aufgerufen 15. Oktober 2009)
    Normdaten: PND: 118810235 (PICA) | WP-Personeninfo}

    Matthias Grünewald –




    Johannes der Apokalyptiker (?) (lange als ein Porträt Grünwalds angesehen)Matthias Grünewald (* um 1475/1480 in Würzburg; † 31. August 1528 in Halle an der Saale; eigentlich Mathis Gothart-Nithart, auch Mathis Gothart Nithart Grünewald, Matthäus Gothart Nithart Grünewald, Mathis von Aschaffenburg (16. Jahrhundert)) war ein Maler und Grafiker und gilt als großer, bedeutender deutscher Vertreter der Renaissance.

    Inhaltsverzeichnis

    Nach den im Jahre 2002 von Karl Arndt publizierten Forschungsergebnissen darf angenommen werden, dass der Künstler sich Gothart nannte und Nithart als Zunamen führte, womit sich auch sein Monogramm M.G.N. deuten lässt (Mathis Gothart Nithart). Dass er in der Kunstgeschichte überwiegend unter dem Namen Matthias Grünewald geführt ist, lässt sich auf seinen vermutlich ersten Biografen Joachim von Sandrart zurückführen. Dieser nahm ihn mit jeweils einem biografischen Abriss in sein 1675 und 1679 entstandenes zweiteiliges kunsthistorisches Hauptwerk „Teutsche Academie der Edlen Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste“ auf und verwechselte ihn möglicherweise mit einem um 1500 urkundlich belegten Bildhauer, der in Seligenstadt, einem Ort in der Nähe von Frankfurt tätig war. Trotz dieser anzunehmenden Verwechselung hat sich der Name Matthias Grünewald im deutschsprachigen Raum und international allgemein durchgesetzt.




    Das Dreifachportrait Trias Romana, Kreidezeichnung, 1525, Berlin, Staatliche Museen, KupferstichkabinettMatthias Grünewald wurde um 1475-1480 vermutlich in Würzburg geboren. Seine Erstlingswerke waren der Lindenhardter Altar und Die Verspottung Christi, die beide um 1503 entstanden. In den Mainzer Vikariatsakten wird er 1504/05 als Maler mit einem Gesellen in Aschaffenburg bezeugt. Vermutlich war er ab 1505 Hofbeamter bei dem Mainzer Erzbischof Jakob von Liebenstein (1504-1508). Unter dessen Nachfolger Uriel von Gemmingen (1508-1514) wurde er mit technischen Aufgaben betraut. 1510 sollte er den Brunnen auf Burg Klopp bei Bingen reparieren, er zählte daher zu den sogenannten Wasserkunstmachern (heute würde man wohl Wasserbauingenieur sagen). Wie viele andere Künstler seiner Zeit umfasste Grünewalds Aufgaben einen sehr weiten Bereich von Tätigkeiten. Als oberster Kunstbeamter bei Hofe hatte er auch Neubauten zu beaufsichtigen und leitete in dieser Funktion die Umbauarbeiten in der Aschaffenburger Burg, was der Nachwelt deshalb überliefert ist, weil die Arbeiten misslangen und es zu einem Prozess kam (Kemnatprozess 1511-1516). 1511 malte Grünewald die Standflügel zu Dürers Heller-Altar in Frankfurt. Den von vielen Kunsthistorikern als wichtigstes Werk angesehenen Isenheimer Altar begann er spätestens im Jahre 1513. Kunsthistoriker schließen allerdings nicht aus, dass der Präzeptor des Antoniterklosters in Isenheim im Elsass ihn bereits 1506 mit der Schaffung des Altarbildes beauftragte, das für die Kapelle des Spitals bestimmt war. 1517 entstand die Stuppacher Madonna, das Mittelbild des Maria-Schnee-Altars, der für die Stiftskirche St.Peter und Alexander in Aschaffenburg in Auftrag gegeben worden war.


    Der Isenheimer Altar – vermutlich zwischen 1506 und 1515 entstandenDanach trat er als Hofmaler in den Dienst des neuen Erzbischofs von Mainz, Albrecht von Brandenburg (1514-1545). Auch für diesen war er als oberster Kunstbeamter des erzbischöflichen Hofes in der Residenzstadt (Halle Saale) für die Überwachung der Bauvorhaben zuständig und wurde beauftragt, als Wasserkunstmacher eine Wasserleitung von Haibach zur Stiftskirche in Aschaffenburg zu planen und deren Bau zu überwachen. Das Kollegiatstift Aschaffenburg beauftragte 1516 den Maler mit der Erstellung von Altargemälden. Die für das Stift geschaffenen Werke befinden sich heute an anderen Orten, z.B. in der Alten Pinakothek in München, in Stuppach und in Freiburg im Breisgau. Nur „Die Beweinung Christi“, vermutlich 1525 im Auftrag von Kardinal Albrecht von Brandenburg gemalt für eine Heilig-Grab-Truhe in der Stiftskirche Aschaffenburg, befindet sich noch dort.Um 1520 entstanden die von den Schweden geraubten und in der Ostsee verloren gegangenen Mainzer Altäre. Danach kam die Erasmus-und-Mauritius-Tafel für das Neue Stift in Altar in Halle/Saale, die sich heute in München befindet. Die Tafeln des Tauberbischofsheimer Altares aus den Jahren zwischen 1522 und 1525 befinden sich heute in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Die "Beweinung Christi", die heute in der Aschaffenburger Basilika St. Peter und Alexander gezeigt wird, wird als seine letzte Arbeit angesehen.Um 1526 schied Grünewald aus dem Hofdienst. In Frankfurt am Main verdiente er seinen Lebensunterhalt als Seifenmacher; er wohnte dort in dem Haus „Zum Einhorn“ bei dem Seidensticker Hans von Saarbrücken. 1527 sollte er eine Mühlenzeichnung für Magdeburg anfertigen. Danach kehrte er nach Halle zurück. Dort verstarb er vor dem 1. September 1528. Nach den Forschungsergebnissen seines Biographen Joachim von Sandrart war Grünewald ein strenger, asketischer Mann, der für neue Ideen aufgeschlossen war. Ob er jemals verheiratet war, ist nicht bekannt. Er hatte jedoch einen Adoptivsohn Endreß (Andreas) Neidhart, der nun in einem jahrelangen Prozess bis 1540 um die Herausgabe seines väterlichen Erbes kämpfte.




    Detail der Kreuzigungstafel des Isenheimer Altars – erst die Wiederentdeckung dieses Altars führte zu einer veränderten Wertschätzung des Künstlers GrünewaldGrünewalds Werk ist im Umfang gering, doch gehört es zu den bedeutendsten Äußerungen der deutschen Kunst. Erfüllt von religiöser Leidenschaft, gewaltig im Ausdruck, voll mystischer Symbolik, modern in der Wiedergabe lichterfüllter Innenräume und von Bildnissen steht Grünewald zwischen der dem Mittelalter verpflichteten Spätgotik und der Renaissance. Seine bevorzugten Bildthemen waren religiöse Szenen.Heute sind von fünf Altären 21 Einzelbilder und fünf Andachtsbilder erhalten. 35 Zeichnungen und Studien vervollständigen Grünewalds künstlerischen Nachlass. Er war ein bekannter Mann in seiner Zeit. Als berühmter Maler wird er erst nach seinem Tod bezeichnet. Der Reformator Philipp Melanchthon stellt ihn 1531 mit Albrecht Dürer und Lucas Cranach auf eine Stufe. Als 1597 Kaiser Rudolf II. den Isenheimer Altar erwerben wollte, war sein Name schon in Vergessenheit geraten. Ab 1674 galt der Altar bereits als ein Werk von Dürer. Erst 150 Jahre nach Grünewalds Tod spürte ihn der Maler und Historiker Joachim von Sandrart 1675 als „Matthaeus von Aschaffenburg“ wieder auf und gab ihm in seinem Buch „Teutsche Academie“ den bis heute urkundlich nicht belegbaren Namen „Matthaeus Grünewald“. Er hatte auch mehrere seiner Werke gefunden und ordnete sie richtig seinem „Grünewald“ zu. Dazu gehörte auch der große Wandelaltar in Isenheim. Von dem kannte er anscheinend aber nur die Tafel mit der Darstellung der Versuchungen des hl. Antonius. Außerdem nannte er Eysenach (Eisenach Thüringen) anstatt Isenheim als seinen Standort. Es dauerte nochmals 200 Jahre, bis 1873 der Altar endgültig als Werk von Matthias Grünewald erkannt wurde. Ähnlich war es bei der Stuppacher Madonna. Erst 1881 wird das Bild als „Grünewald“ erkannt. 1897 kommt der Altmeister Prof. H. A. Schmid-Basel, um die Neuentdeckung zu begutachten. Er war von der Zuschreibung nicht überzeugt. Das Bild war durch die vielen Restaurierungen zu sehr „ungrünewaldisch“ geworden.Bekannt, populär und damit marktwürdig wurde Grünewald erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts. Er hat selbst wenig für seinen Nachruhm getan. Während bei Dürer, seinem Zeitgenossen, kaum ein Blatt ohne Signatur und Jahreszahl dessen Werkstatt verließ, ist Grünewald, wie die meisten Künstler des Mittelalters, hinter sein Werk zurückgetreten. Er trägt diese Art in die aufkommende Frührenaissance hinüber und wird deshalb als der letzte Gotiker bezeichnet.Nur vier eindeutige Monogramme von ihm sind bekannt:
    • Das MGN auf dem Laurentiusbild, einem der Standflügel des Helleraltares, der sich heute im Städel/Frankfurt befindet.
    • Das MGN auf dem Rahmen des Maria-Schnee-Altares in der Stiftskirche in Aschaffenburg
    • Das MG auf dem sogenannten Drei-Männer-Kopf, auch Trias Romana genannt.
    • Das mg. auf dem Kleinkruzifix.
    Die Wissenschaft tat sich daher schwer, die Werke dem Künstler zuzuordnen. So ist es auch nicht verwunderlich, dass viele seiner Bilder ohne Kenntnis des wahren Meisters vorher regelrecht verborgen blieben. Das Schneewunderbild, eine Seitentafel des Maria-Schnee-Altars, heute in Freiburg, wurde 1857 für 15fl 36kr versteigert. Schon 1808 wusste man auch über das Sujet des Bildes nichts mehr. Ein Besucher beschreibt es später in seinem Buch: „ein Pabst mit einer Prozession den Schnee aufschauffelt, ein alter Mann, Frau und sechs Kinder sehen kniend und betend zu“. Erst 1897 wird das Bild als ein Werk MGNs erkannt und so 1902 publiziert.Über den Kaufpreis des Marienbildes, die Stuppacher Madonna, Mittelbild des Maria-Schnee-Altars, den Pfarrer Blumhofer zahlen musste, gibt es keinerlei Unterlagen. Aus der Pfarrchronik wurden mindestens zehn Blätter über diesen Zeitraum herausgeschnitten. Der Versicherungswert des Bildes soll heute angeblich 100 Millionen Euro betragen.Von der Fachwelt wird als das älteste erhaltene Werk Grünewalds der sog. Lindenhardter Altar betrachtet: Der Altar entstand 1503 in der Werkstatt des Michael Wolgemut in Nürnberg. Grünewalds Beitrag waren die 14 Nothelfer auf den Außenseiten der Flügel und die Predella. Letztere wird seit 2003 auf der Veste Coburg ausgestellt.Belegt ist, dass er um 1504 im Auftrag von Johann von Kronberg „Die Verspottung Christi“ als Epitaph für dessen verstorbene Schwester schuf.


    Die Darstellung Albrecht von Brandenburgs als hl. Erasmus auf der Erasmus-Mauritius-Tafel

    • 2002/2003 Aschaffenburg: Das Rätsel Grünewald
    • 8. Dezember 2007 bis 2. März 2008: Doppelausstellung „Grünewald und seine Zeit“ sowie „Grünewald – Blicke auf ein Meisterwerk“ in der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe und im Musée d’Unterlinden in Colmar.
    • 13. März bis 1. Juni 2008: "Matthias Grünewald. Zeichnungen und Gemälde" - Kupferstichkabinett Staatliche Museen zu Berlin (in der Ausstellungshalle Kulturforum Potsdamer Platz)

    • Heller-Altar, Außenseite
    • Isenheimer Altar
    • Die Beweinung Christi (in der Stiftskirche Aschaffenburg)
    • Die Verspottung Christi
    • Trias Romana
    • Maria-Schnee-Altar („Stuppacher Madonna“, „Schneewunder“)
    • Klein-Kruzifix
    • Flügelaltar in der alten Wehrkirche in Lindenhardt
    • Tauberbischofsheimer Altar („Kreuzigung“, „Kreuztragung“)

    Paul Hindemiths Symphonie „Mathis der Maler“ (1934) und seine Oper Mathis der Maler (1938) handeln von Erlebnissen des Mathis Gothart-Nithart in der Zeit des Bauernkriegs.

    • Rainhard Riepertinger, Evamaria Brockhoff, Katharina Heinemann, Jutta Schumann (Hgg.): Das Rätsel Grünewald, Kat. zur Bayer. Landesausstellung 2002/2003, Augsburg 2002 (= Veröff. z. Bayer. Geschichte und Kultur 45/02).
    • Wilhelm Fraenger; Matthias Grünewald , Verlag der Kunst Dresden, 1988
    • Horst Ziermann, Erika Beissel; Matthias Grünewald, Prestel Verlag München, 2001, ISBN 3-7913-2432-2
    • Berta Reichenauer; Grünewald, Kulturverlag Thaur, 1992, ISBN 3-85395-159-7
    • Erik Neutsch; Nach dem großen Aufstand, Grünewaldbiographie, Faber und Faber Leipzig, 2004, ISBN 3-936618-14-3
    • Ines Thorn „Der Maler Gottes“ Romanbiographie Knaur 2004 ISBN 3-426-62673-X
    • Karl Müssel: Das Rätsel Grünewald und Oberfranken – Zum Jubiläum des 500-jährigen „Lindenhardter Altars“ (1503 – 2003) in Archiv für Geschichte von Oberfranken, 83. Band; Bayreuth 2003; Herausgeber: Historischer Verein für Oberfranken,
    • Reiner Marquard, Mathias Grünewald und der Isenheimer Altar, Calwer Verlag Stuttgart 1996, ISBN 3-7668-3463-0, 156 S.
    • Reiner Marquard, Mathias Grünewald und die Reformation, Theologie/Religionswissenschaft Band 8, Berlin 2009 – ISBN 978-3-86596-250-8, 284 S.
    • Horst Ossenberg, Meister Mathis der Maler – Spurensuche, Verlag Books on Demand GmbH, Norderstedt 2005, ISBN 3-8334-3714-6
    • Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hrsg.): Grünewald und seine Zeit, Deutscher Kunstverlag München/Berlin 2007, ISBN 3-422-06762-0
    • Matthias Grünewald. Zeichnungen und Gemälde (Ausstellungskatalog Kupferstichkabinett Staatliche Museen zu Berlin), hrsg. von Michael Roth und Antje-Fee Köllermann, Hatje Cantz Verlag Ostfildern 2008, ISBN 978-3-7757-2138-7
    • Heinz Ladendorf: Grünewald, Matthias. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 7. Duncker & Humblot, Berlin 1966, S. 191–197.
    • Alfred Woltmann: Matthias Grünewald. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 10. Duncker & Humblot, Leipzig 1879, S. 52 f.
    • Friedrich Wilhelm Bautz: Matthias Grünewald. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 367–369.
    • Bruno Hilsenbeck: "Die Stuppacher Madonna und Ihre Botschaft", Verlag KAPELLENPFLEGE STUPPACHER MADONNA.
    • Joachim Fernau: Matthias Grünewald, ausführlicher Artikel in Knaurs Lexikon alter Malerei, München/Zürich 1958
    • Johannes Vesper: Matthias Grünewald. Zeichnungen und Gemälde.. Musenblaetter, 2008 (http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=2313&suche=Matthias%20Gr%FCnewald). 
    • Ewald M. Vetter: Grünewald. Die Altäre in Frankfurt, Isenheim, Aschaffenburg und ihre Ikonographie. Anton H. Konrad Verlag, Weißenhorn 2009, ISBN 978-3-87437-538-2. 



     Commons: Matthias Grünewald – Sammlung von Bildern, Videos und AudiodateienNormdaten: PND: 118542907 (PICA) | LCCN: n50059019 | VIAF: 100226767 | WP-Personeninfo}

    Meister der Verkündigung von Aix –




    Meister der Verkündigung von Aix (Barthélemy d'Eyck): Verkündigungsaltar (Rekonstruktion der erhaltenen Teile), Frankreich 1443–1444Als Meister der Verkündigung von Aix (fr. Maître de l'Annonciation d'Aix) wird der namentlich nicht sicher bekannte spätgotische Maler bezeichnet, der um 1442 oder 1445 das Bild einer Verkündigung an Maria für die Saint-Sauveur-Kathedrale in Aix-en-Provence in Frankreich gemalt hat. Es war das Mittelbild eines Triptychons, dessen Seitenflügel zwei Propheten darstellen. Das Triptychon wurde während der Französischen Revolution zerlegt, um es vor der Zerstörung zu retten. Das Verkündigungsbild befindet sich heute in der Maria-Magdalenen-Kirche in Aix, die Flügelbilder sind auf verschiedene Museen in Amsterdam, Brüssel und Rotterdam verteilt.Die Verkündigung von Aix zeigt Einfluss der Malerei sowohl aus Italien wie auch aus Frankreich oder Flandern. Nachdem verschiedene Identifikationen vorgeschlagen wurden, hat sich heute die Meinung durchgesetzt, dass es sich beim Meister der Verkündigung von Aix um den in Frankreich tätigen Maler Barthélemy d’Eyck aus Flandern handelt. Zuvor war auch eine umstrittene Zuschreibung des Werkes an Niccolo Colantonio aus Neapel in Italien versucht worden sowie weiter eine Zuschreibung an den Franzosen Jean Chapus, Maler in Diensten des Hofes in Anjou.Der Meister der Verkündigung von Aix ist ein Zeitgenosse von Jan van Eyck und Stephan Lochner und wie diese Vertreter eines neuen Weichen Stils in der Malerei. Neben der für diesen Stil typischen zunehmend dreidimensional gemalten Kleidung und des Faltenwurfs ist auch die Räumlichkeit der Darstellung der Architektur, z.B. der Säulenreihen, ein besonderes Merkmal des Verkündigungsbildes von Aix.

    • L. Demonts: Le Maître de l'Annonciation d'Aix, des van Eyck à Antonello de Messine. In: Revue de l'Art Ancien et Moderne 53 (1928)
    • L. van Puyvelde: L'Enigme du Maître de "l'Annonciation" d'Aix-en-Provence. In: Gazette des beaux-arts, Oktober 1954, S. 145ff.
    • N. Reynaud: Barthélemy d'Eyck avant 1450. In: Revue de l'art, 84 (1989) S. 22–43
    • J. Białostocki: L'art du XVe siècle des Parler à Dürer. Paris, 1993
    • U. Thieme u. F. Becker, H. Vollmer (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Unveränderter Nachdruck der Originalausgabe Leipzig, 1907–1950 Bd. 37. München 1992
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